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Lockerungsübung


Alfred Schuler

 

Viel Wasser ist seit dem 13. März den Rhein hinunter geflossen.

 

Du bleibst jetzt drinnen

Der "scharfe" Quasi-Lockdown ist gerade mal ein Tag Geschichte. Quasi-Lockdown deshalb, weil wir ja wählen durften zu Hause zu bleiben. So, wie an den Eingangstüren der Geschäfte für Fido, Barry, Bless geschrieben steht: "Ich bleibe draussen", wurde uns gebetsmühlenartig empfohlen: "Du bleibst jetzt drinnen". 

 

Der Match ist noch nicht abgepfiffen

Sei's drum, die meisten haben sich dran gehalten. Häufig waren die Strassen so leer wie an einem Heiligabend und einem Neujahrsmorgen zusammen. Die Empfehlung hat verfangen, die Leute blieben zu Hause. Gespenstische Ruhe legte sich über die Eidgenossenschaft und man hätte meinen können unsere Fussball-Nationalmannschaft würde gerade im Endspiel um die nächste Fussball-Weltmeisterschaft stehen. So ruhig war es draussen.

 

Doch es lief und läuft ein anderes Match, eines, das wesentlich länger dauert als 90 Minuten. Längst schon ist die Verlängerung um, und das Penaltyschiessen blieb ebenso erfolglos. A propos "Los". Wird das Los darüber entscheiden, wer zu den Gewinnern gehört? Oder könnte es sein, dass das Match gar nochmals wiederholt wird? Welche Spielregeln gelten dann?

Ich gehe davon aus, dass es nach Schlusspfiff, wann immer das sein wird, wohl eher nicht zu spontanen Hupkonzerten kommen wird, so wie das sonst üblich ist, nach gewonnener Schlacht. Ob die Medien, die sich längst schon rethorisch im Kriegszustand befinden, dann eine Feier zum "Kri(eg)senende" inszenieren wollen? Wir werden sehen. Würde überhaupt jemand hingehen? 

 

Bis es ändert, bleib alles konstant

Was sind die Lehren aus diesem Lehrstück ohne historischem Vorbild? Diesem Präzendenzfall? Wenn alles wieder so wäre wie vor dem ominösen 13.03.2020. Wäre das okay? Ist das überhaupt noch möglich? Sinnvoll? Wünschenswert? Was wird als Moral von der Geschichte bleiben und was 1:1 übernommen, adaptiert, verändert, wenn überhaupt? 

 

Zurück in der Zukunft

Wer heute wieder zu seiner Arbeit zurückgekehrt ist, und trotz allfälliger Handschuhe und Vermummung, eine Portion Lockerheit hat bewahren können, hat in den letzten Wochen Zeit gehabt, zumindest den Samen zu setzen, dass ihn so schnell nichts mehr aus den Socken haut. 

 

In der Ruhe zu bleiben, und aus seiner Mitte heraus auf veränderte Umstände reagieren zu können, hilft enorm. Wenn du Unterstützung brauchst, wir sind für dich da, vor - während und auch nach Krisen.

 

Alfred & Astrid

 

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Nicoleta (Mittwoch, 29 April 2020 12:25)

    Danke für die tiefgehenden Gedanken und Impulsfragen zu dieser "besonderen Zeit". Wenn es mir gelingt, "die Lehren aus diesem Lehrstück ohne historischem Vorbild" zu entdecken und sie im Alltag umzusetzen, kann ich nur gewinnen.