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Nach em Räge oder die Mär von der guten alten Zeit


Alfred Schuler

 

Ein alter Schlager mit dem Titel "Nach em Räge schiint z'Sunnä, nach em Briegge wird g'lacht" trifft den Nagel hoffentlich auch diesmal wieder auf den Kopf.

 

Alte Zeiten auch gute Zeiten?

Generationen vor uns haben in ihrer damaligen Gegenwart gedacht, es wären schwere Zeiten. Zweifellos hatten sie diese auch wirklich. Denkt man nur an die beiden Weltkriege oder davor noch an die grossen Auswanderungswellen, weil es zu wenig Arbeit gab und davor ... ja, es liesse sich beliebig lange weiterführen. Und ist es nicht doch auch eine Tatsache, dass die guten alten Zeiten, wie es aus dem Wort "alten Zeiten" von allen unseren Vorfahren stets in deren Vergangenheit angesiedelt wurden? Woran das liegen mag? 

 

Wir lernen immer

Wie kann denn etwas, das nun in der Vergangenheit ist, besser sein, als damals als es "live" in der Gegenwart gelebt wurde? Grundsätzlich ist das ja ein Unikum, und so gar nicht möglich, aber im Geiste von uns Menschen und vor allem in unseren Gehirnen, ist auch das sprichwörtlich denkbar.

 

Also, was macht die Vergangenheit denn jeweils zur glorifizierten, zur goldenen Zeit, wo noch alles besser gewesen sein soll? Was bitte? 

 

Vergleichen - fast aller Laster Anfang

Nun, die meisten Menschen neigen dazu alles und jedes stets zu vergleichen. Manche benutzen dafür sogar eine Goldwaage, wo fein säuberlich abgewägt und verglichen wird.

 

Durch Vergleichen kommen die Menschen allerdings in einen Wettbewerb gegen sich selbst, gegen die Zeit, die Mode, die Mitmenschen, die Lebensumstände und ja, sogar noch in den Wettbewerb zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

 

Natürlich wissen wir, das Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft untrennbar miteinander verknüpft sind und sogar gleichzeitig stattfinden.

Loslassen bringt's

Auch wenn das nicht alle Menschen auf Anhieb glauben möchten, so halten sie in ihrer selbst gewählten Realität, ihrer eigenen Welt, nur allzu oft hauptsächlich an ihrer Vergangenheit fest.

 

Sie lassen nicht los, was gewesen ist. Und das machen sie notabene gleich jetzt, also hier in der Gegenwart. Derart beschäftigt, kreieren sie damit gleich hier und jetzt ihre Gegenwart und munter auch gleich ihre eigene Zukunft und mit dem Mörtel aus der Vergangenheit. Wer das genau so macht, und das machen unbewusst sehr viele Menschen, erschaffen sich gerade in dieser Sekunde ihre neue, anbrechenden Zukunft. Und damit ändert sich dann nichts, nur früher war es halt noch besser, deren Credo.

 

Was zu erwarten war?

Nicht sehr viel Kreatives, Neues, Auf- und Anregendes wird kreiert und zu Stande gebracht. Dieses Vorgehen steht damit in direktem Widerspruch zu einem freudvolleren, sorgenfreieren  Leben, das der Entdeckung seiner Talente, Fähigkeiten, der Realisierung seiner Träume, seines Lebenszwecks, seiner Divine Timings, schlicht der Weiterentwicklung und Entfaltung seiner eigenen, bestmöglichen Version von sich selbst dienen soll.

 

Lebt man dann noch starr im selbstgewählten, notabene von Menschenhand erfundenen Zeit-Einteilungskorsett, ja dann kann es für einige sicherer sein, die Vergangenheit zu verherrlichen und daran festzuhalten. Weiterentwicklung bleibt so ein Wunsch.

 

Leben wir ein vorwärts gerichtetes Leben!

Danken wir der Vergangenheit für alles, worauf sie uns für die Gegenwart trainiert und gelehrt hat und gehen wir mutig und entschlossen in die Zukunft unserer eigenen, jeden Tag neu sich präsentierenden Welt.

 

Herzlichst

 

Alfred & Astrid


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