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Herbstblues

Alfred Schuler

 

Schön!

So, der Herbstblues also ist das Thema. Grau in Grau oder was muss ich mir darunter vorstellen? Ich bin mir da nicht so sicher, wo genau der Blues drin stecken sollte. Schliesslich ist der Herbst an Farbe kaum zu überbieten. Sind im Sommer die Farben oft pastellartig, so glänzt doch ein schöner Herbsttag in den klarsten und prächtigsten Farben. Wenn du wanderst, dann ist der Herbst ideal. Es hat weniger Bremsen und Mücken, es ist nicht mehr so heiss wie im Sommer und du hast eine gestochen scharfe Weitsicht auf den Bergen. Also meiner Meinung nach, noch immer kein Blues in Sicht.

 

Schönfärberei

Einverstanden, wenn es regnet oder nieselt und der Bodennebel kommt hinzugeschlichen, wenn die Bäume sich ihrem Blattwerk entledigen, ... und der Wind diese dann - gefühlt zumindest - alle vor den eigenen Hauseingang weht, wo die Blätter dann lustig ihre Kreise drehen, ... bis der Laubrechen oder neuerdings der Laubbläser, dem ein Ende setzt ... ja, das könnte dann vielleicht ein klitzekleines Anzeichen für Blues sein. 

 

Daueroptimist?

Interessanterweise ist bei mir auch da noch das Glas halb voll, wo es andernorts vielleicht bereits halbleer ist, wohlverstanden, das gleiche Glas, so rein akademisch betrachtet. Tja. 

 

Wie dem auch sei, vermutlich versteckt sich der Blues also auch nicht unter einem Laubhaufen. Sonst wäre er beim Zusammenwischen der ausgedienten Photosynthese Kraftwerke, lies Blätter, zum Vorschein gekommen.

 

 

 

Bedauern...

zu haben beim Übergang vom Sommer in den Herbst wäre also nicht angezeigt und Bedauern als solches, ist grundsätzlich eine üble Sache. Es bindet einen an die Vergangenheit und das bringt nichts, wenn du die Gegenwart und die Zukunft beeinflussen willst. Denn nach jedem Sommer kommt ein Herbst, danach der Winter, danach der Frühling, Sommer und so weiter und so fort. Ein Kreislauf also! Nun denn, wieso halten wir uns manchmal daran auf, dass der Sommer nun vom Herbst verdrängt wird? Weshalb fallen Menschen in eine Form der Trauer, wenn der Herbst sich über unseren Teil der Erde legt? Andernorts auf der Erde ist es jetzt Frühling, Sommer oder Winter. Und das Gleichzeitig! 

 

Bewusst werden

Wenn wir uns erst einmal bewusst werden, dass es ein Kreislauf ist und nicht das Ende der Welt, ja dass der Kreislauf auf der kreisrunden Erde quasi selber noch im Kreis läuft, wo hat es dann noch Platz für Bedauern, Platz für einen Herbstblues?

 

Trennung

Nur dann, wenn wir das Gefühl haben, in der Trennung zur Schöpfung zu leben, nur dann, kommt uns der Gedanke, dass uns der Herbst melancholisch werden lassen sollte. Dabei ist das bei näherer Betrachtung, gar nicht notwendig, noch bringt es uns eines jener Gefühle, die uns in irgend einer Art und Weise nützlich sind. Einzig vielleicht hm... dass wir jeden Moment, wirklich jeden einzelnen Moment geniessen sollen. Bis zum nächsten Moment und dann zum Nächsten und weiter zum Nächsten. So, wie wir Laufen gelernt haben, Step by Step, so sollten wir auch unser Leben auf die Reihe bekommen, damit, wie Perlen an einer Kette, auch bei uns alles wie am Schnürchen klappen kann. Nur Mut!

 

Herbstlichst!

 

Astrid & Alfred

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea (Mittwoch, 14 Oktober 2020 10:52)

    Lieber Alfred und Liebe Astrid,

    Vielen Dank für die tollen Worte zum Herbstblues. Euer Blog ist mit viel Liebe und auch mit viel Charme und Witz geschrieben. Gute Laune garantiert;)